Eine Markthalle in Xiamen

Einer der Seiteneingänge zur Markthalle im Südwesten Xiamens, unweit des Fährhafens. Dies ist das Tor zu einer anderen Welt, zu einem wirklichen Zauberreich.
Einer der Seiteneingänge zur Markthalle im Südwesten Xiamens, unweit des Fährhafens. Dies ist das Tor zu einer anderen Welt, zu einem wirklichen Zauberreich.

Bei der Durchsicht der letzten Blogeinträge fiel mir auf, dass es wieder einmal zu theoretisch, zu schwermütig und zu verbissen geworden war.


Daher heute wieder einmal etwas leichtere Kost und - hoffentlich - ein Augenschmaus.


Kürzlich war ich beruflich wieder einmal in Xiamen. Und weil ich nachmittags zwei Stunden auf den Zug warten musste, nutze ich die Gelegenheit, um wieder einmal durch die Altstadt zu schlendern.


Es gibt dort einen großen Straßenmarkt. Straßenmarkt ist eigentlich falsch gesagt. Es ist eine Art Markthalle, wie es sie in vielen Städten Chinas noch gibt, aber natürlich nicht in den schicken Wohngegenden, sondern in der Altstadt oder in den fast ländlichen Randgebieten. In den „unterentwickelten Gebieten“ würden die Chinesen sagen.


Für die Ortsansässigen ist dies vermutlich der fast traditionellste Handelsplatz für die Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs. Das Besondere an Xiamen ist, dass die traditionelle Lebensweise in vielen Aspekten auch im Stadtzentrum noch erhalten geblieben ist. 


Xiamen ist so etwas wie das Sankt Moritz, das Bad Aibling oder das Sylt Chinas. Tatsächlich hinken alle drei Vergleiche weit weniger, als man denkt. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung besteht aus außerordentlich vermögenden Zugereisten, deren Lebensstil sich auch deutlich von dem der Einheimischen unterscheidet. Die Sprache natürlich auch. Denn die Einheimischen sprechen - selbstverständlich! - kein Chinesisch. 


Wenn man das alte Xiamen erleben will, dann braucht man nicht weit zu gehen. Entweder neben dem alten Hafen oder direkt neben dem neuen Fährhafen, von dem aus die Schiffe zur benachbarten Insel Gulangyu ablegen, findet man noch fast traditionelle Häuser und traditionelle Lebensräume. Als ich vor einigen Jahren gerade frisch in Xiamen angekommen war, erinnerten mich die Häuser und Gassen sehr an Südfrankreich, an Mittelitalien oder an Kroatien. Die Lebensweise und -einstellung der Menschen ist vielleicht auch nicht weit von dem entfernt, was man an der Mittelmeerküste an manchen Orten auch heute noch beobachten kann. 



Die mit Abstand interessanteste Ecke Xiamens ist der 八市  (ba1 shi4, Markt Nr. 8) genannte Teil Xiamens, der direkt neben dem Lundu, dem Fährhafen gelegen ist. Dort findet man alte Gassen, die erstaunlich sauber und gepflegt sind, denn die Einheimischen sind sehr auf Sauberkeit und Schönheit bedacht. In diese Gassen verirrt sich kaum ein Tourist, sie sind also nicht für die Touristen herausgeputzt. Die Einheimischen mögen es hier sauber.


Hier findet man traditionelle Bordelle neben dem Tante-Emma-Laden und der Oma, die selbstgemachte Frühlingsrollen im Hauseingang verkauft. Hier findet man sehr vermögende Einheimische Tür an Tür mit Menschen, die kaum mehr haben als das Wenige, das sie vom täglichen Muschel-Verkauf auf dem Markt verdienen.


Man kann mit den Einheimischen ins Gespräch kommen. Es sind überwiegend sehr angenehmen Erinnerungen, die ich an diesen Teil Xiamens habe. 


Heute aber, wie angekündigt, zunächst Fotos von den Leckereien, die man in der Markthalle entdecken kann.


Viel Spaß!


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