Bao Zai Fan (煲仔饭) - Nachtrag

Bao Zai Fan (煲仔饭) mit gebratener Taube und Shrimp.
Bao Zai Fan (煲仔饭) mit gebratener Taube und Shrimp.

Obwohl ich inzwischen nicht mehr in Xiamen wohne, muss ich aus beruflichen Gründen fast jede Woche noch einmal dorthin fahren. Es bleibt dabei genug Zeit, die besten Restaurants mit den leckersten Gerichten dort erneut aufzusuchen. 


 

Ganz oben auf der Liste steht der Bao Zai Fan (煲仔饭), also der im Tontopf gedünstete und angebratene Reis. (Siehe auch hier.)


Das Gericht stammt aus der Provinz Guangdong (Kanton), die Besitzer des Restaurants sind die Eltern einer ehemaligen Schülerin, die jetzt in San Francisco lebt. Nach drei Jahren in den USA kam die Tochter zum ersten Mal wieder zurück nach Hause, also nach Xiamen. Sie schrieb mir gleich und bat mich um ein Mittagessen, ein in China durchaus übliches Ritual: Man lädt einen oder einige der Lieblingslehrer zum Essen ein. Meist drehen sich die Gespräche um immer dieselben Dinge: Wie geht’s dir so? Was machst du so? Wie läuft das Studium? - Für beide Seiten nicht wirklich spaßig.


Umso wichtiger ist ein gutes Essen dabei, oder sogar ein guter Tropfen (heißt in China immer, es muss etwas Hochprozentiges sein). Wenn das Essen hervorragend ist, sind die Gesprächsthemen von untergeordneter Bedeutung. Da ich nicht trinke, bleibt nur das gute Essen, mit anderen Worten: Dadurch wird ein Treffen eher noch unkomplizierter. Da ich auch wirklich gerne zu den Eltern der Schülerin ins Restaurant gehe, war das auch naheliegend. 


Natürlich ist es etwas abgeschmackt, einfach ins Restaurant der Eltern zu gehen. Deshalb hatten sich die Eltern etwas Besonderes einfallen lassen. Sie hatten große Mengen frischer Krabben, Krebse und Shrimps gekauft. Obwohl das Restaurant ziemlich bodenständig oder sogar einfach ist, sind die Eltern dadurch ausgesprochen wohlhabend geworden. Sie sind längst gewöhnt, einen großen deutschen Wagen aus München zu fahren, besitzen Häuser und Wohnungen in ganz Südchina inzwischen im Dutzend und essen auch längst nicht das, was die Durchschnittschinesen essen würden. 


Ich bestellte wie immer nur einen Bao Zai Fan (煲仔饭) mit gebratener Taube drin. Der Vater ließ es sich nicht nehmen und servierte uns dazu einen Teller voll Shrimps. 


Naja, wenn man aus Deutschland kommt, und jemand sagt, er hätte Shrimps im Angebot, dann denkt man in der Regel an die kleinen Würmchen, die man in Hamburg frisch kauft oder in Süddeutschland im Supermarkt findet. Wenn man beim Italiener „Scampi“ bestellt, dann sind sie viellicht fingerdick. 


Wer aber in den Tropen lebt und gutes Essen liebt, der kann darüber wirklich nur lachen. So wie der Vater und Restaurantbesitzer hier. Auf dem Foto kuschelt sich gerade ein gebratener Shrimp in den Reistopf. 


Es hat noch weit besser geschmeckt, als es auf dem Foto aussieht. Und von zwei Shrimps wurde man fast satt. Sie waren wirklich riesig.


Abends erzählte ich einem Freund davon, und am nächsten Mittag standen wir wieder im Restaurant und bestellten einen Teller Shrimps. Shrimps gehören definitiv zu den Lebensmitteln, von denen man prinzipiell nie genug bekommen kann. Gerne täglich. 


 

Guten Appetit!

 

Rainald Runge

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