Reiseziel China - Die Große Mauer

Die Große Mauer von China.
Die Große Mauer von China.


Wenn Deutsche an China oder eine Reise nach China denken, dann denken sie womöglich zuerst an Peking, Shanghai, Hongkong, die Große Mauer oder an Tibet.


Fangen wir mal von hinten an. Nach Tibet kommt man nur als Mitglied einer offiziell genehmigten Reisegruppe. Von wegen "mit dem Motorrad durch Tibet", das läuft seit einigen Jahren überhaupt nicht mehr. Und wenn Sie mit einer Reisegruppe dorthin gehen, dann werden Sie von einem offiziell lizensierten Führer begleitet, der Ihnen genau das zeigt, was Sie sehen sollen. Wenn es ein im Umgang mit Ausländern erfahrener Führer ist, dann wird er auch wohldosiert Kritik an der Regierung in Peking verlauten lassen, weil er weiß, dass Ausländer das gerne hören möchten. Aber auch das ist in der Regel nur Show. Die Führer dort sind wie überall mehrfach auf Herz und Nieren überprüft worden. Und irgendwie ist das aus Sicht der Staatsmacht ja auch verständlich. 

Die Große Mauer ist wirklich eine Reise wert. Aber welches Stück? Da die Mauer nun einmal so lang (und wirklich beeindruckend groß) ist, gibt es wirklich unzählige Orte, an denen man sie besichtigen sollte oder könnte. Viele wissen überhaupt nicht, dass es auch einen Ort gibt, an dem die Mauer im Meer endet, oder anfängt, je nachdem, wie man das sehen mag. 


Wenn Sie in Peking sind, können Sie sogar auf eigene Faust mit einem der täglich mehrmals verkehrenden Linienbusse für wenig Geld dorthin gelangen. Wohin? Nach Badaling (八达岭). Das ist eine Gruppe von Dörfern in den Bergen in der Nähe von Peking. Das Mauerstück dort ist gut restauriert, beeindruckend groß und touristisch perfekt erschlossen. Es gibt mehrere Zugänge zur Mauer in Badaling, aus Sicht der Touristen vielleicht eher mehrere Großparkplätze, an denen die Busse halten. 


Einen Führer vor Ort brauchen Sie eigentlich nicht. Machen Sie es einfach so, wie es alle klugen Teilnehmer des Massentourismus tun: Folgen Sie der Masse.


Eigentlich sollte man weder in einem Reiseführer noch in einem Blog zu China Fotos zeigen. Urlaubsfotos aus China können schöne Souvenirs für den persönlichen Gebrauch sein, aber kaum eine nützliche Hilfestellung für zukünftige Reisende. Denn in China verändert sich alles rasend schnell. Ich war mehrmals in Badaling, und es fühlte sich jedes Mal so an, als wäre es ein völlig anderer Ort. Alles sah anders aus, schon wieder renoviert, umgebaut und "praktischer". Wenn Sie also morgen dorthin gehen, dann wird es anders aussehen als auf den Fotos hier. Denn die Fotos wurden nicht erst gestern aufgenommen.


Auf dem Weg nach Badaling fahren Sie durch ein riesiges Tor an der Chinesischen Mauer bei Juyongguan (居庸关). Dieses Teilstück ist fast noch interessanter. Es gibt dort auf beiden Seiten des Tores Mauern, so als bildete die Mauer dort einen Ring. Die Mauer besteht dort im Wesentlichen aus extrem steilen Treppenstufen. Man braucht nicht nur Kondition für die Chinesische Mauer. Trotz Geländer sollte man auch schwindelfrei sein, zumindest in Juyongguan. Die Fotos übertreiben nicht. Sie untertreiben eher.

Was tun Chinesen (jung und alt), wenn Sie auf der Mauer, auf einem Berg oder am Strand stehen? - Sie lassen einen lauten Schrei los. - Warum? - Die beste Antwort: "Wir schreien gegen den Himmel zum Kampf an. Wenn er nicht antwortet, haben wir gewonnen."
Was tun Chinesen (jung und alt), wenn Sie auf der Mauer, auf einem Berg oder am Strand stehen? - Sie lassen einen lauten Schrei los. - Warum? - Die beste Antwort: "Wir schreien gegen den Himmel zum Kampf an. Wenn er nicht antwortet, haben wir gewonnen."

In Badaling gibt es unter anderem auch eine Riesen-Rutsche, oder eine Sommer-Bobbahn, die wirklich ein großes Vergnügen für Jung und Alt ist. Wie so oft in China, so ist auch hier für alles gesorgt, für jeden Geschmack und jede Altersgruppe gibt es etwas zu sehen oder zu unternehmen.

 

Denken Sie bitte daran, dass dieser Teil der Mauer in den Bergen, ca. 50 km weit von Peking liegt. Es ist dort um einige Grad kälter, und falls sie im Sommer bei Sonnenschein dort sind, bedenken Sie, dass auch die "Schutzglocke" des Smogs fehlt. Man bekommt dort ganz flugs einen Sonnenbrand.


Wie bereits gesagt, kann man dorthin mit einem täglich mehrmals verkehrenden Linienbus vom Pekinger Stadtzentrum gelangen. Sie brauchen weder eine Chauffeur noch einen Reiseführer oder ein vom Hotel zu Apothekerpreisen angebotenes Ausflugspaket. 


Eine gute Idee wäre vielleicht, wenn Sie sich von einem jungen chinesischen Studenten oder einer Studentin begleiten lassen, falls Sie überhaupt kein Chinesisch verstehen. Die Studenten können dabei eine Fremdsprache üben, und Sie haben im Notfall einen Dolmetscher oder wenigstens jemanden, der die Schilder alle lesen kann, sofern sie nicht sowieso auf Englisch übersetzt sind. 


Es gibt übrigens erstaunlich viele junge Chinesen, die auch Deutsch lernen oder bereits gut sprechen. In Peking sowieso. Ach ja, natürlich ist die Begleitung durch einen Studenten nicht kostenlos, oder jedenfalls sollten Sie ein solches freundliches Angebot nicht einfach für selbstverständlich nehmen. Es sei denn, jemand schuldet Ihnen noch einen Gefallen (Das nennt man dann Guanxi hier in China...). 


Nach Meinung einiger gehört ein Besuch der Chinesischen Mauer auf eines jeden "bucket list".   

(Eine "bucket list" ist die Liste, aus der alle Dinge stehen, die man noch tun möchte, "before you kick the bucket" - ein Zitat aus dem gleichnamigen Film mit Jack Nickolson und Morgan Freeman. In der deutschen Übersetzung trägt der Film den Titel "Das Beste kommt zum Schluss".)


Es gibt auch etliche Strecken der Großen Mauer die sich in unrestauriertem Zustand befinden. Dorthin ist die Verkehrsverbindung auch nicht so gut, aber die Mühe lohnt sich allemal.


Die Große Mauer ist mehrere Reisen wert!


Rainald Runge

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