Essen in China - das Abenteuer beginnt (Teil 4)

Eine kleine Portion Ingwer-Ente von glücklichen Enten mit etwas gedünstetem Gemüse, viel Ingwer und einem Stück gedünstetem Tofu. Ein tolles Mittagessen für 12 RMB.
Eine kleine Portion Ingwer-Ente von glücklichen Enten mit etwas gedünstetem Gemüse, viel Ingwer und einem Stück gedünstetem Tofu. Ein tolles Mittagessen für 12 RMB.

 

Dies ist die Fortsetzung des Textes Essen in China - Das Abenteuer beginnt (Teil 3)

 

 

Mindestens einmal im Monat gebratene Ente mit Ingwer

 

Im Falle des Jiang Mu Ya habe ich übrigens unendlich viele Imitationen gesehen, die diesen Namen nicht verdient hätten: Altes, zähes Fleisch, ranziges Schmalz und fast keinen Ingwer drin. So was essen höchstens Touristen! Es hat lange gedauert, bis ich eine Garküche gefunden habe, die nach einem guten Rezept kocht und mir auch verraten hat, wo die Tiere herkommen, die dort im Topf landen. Jetzt ist diese Kneipe einer meiner liebsten Plätze in der Stadt. Und natürlich werde ich da immer sehr verwöhnt. 

 

So wie gestern erst wieder...

 

 

Die Chefin sah mich, ließ alles stehen und liegen, schimpfte erst einmal mit mir, natürlich, ohne "Guten Tag" zu sagen, denn das Schimpfen war ja ihre Art, Freude über das Wiedersehen zum Ausdruck zu bringen:

 
Eine kleine Garküche ein einer Seitenstraße in einem kleinen Vorort. Also in der Pampa. Die Verständigung auf Chinesisch ist kaum möglich, denn man spricht hier Minnan Hua, die hygienischen Bedingunge
Eine kleine Garküche ein einer Seitenstraße in einem kleinen Vorort. Also in der Pampa. Die Verständigung auf Chinesisch ist kaum möglich, denn man spricht hier Minnan Hua, die hygienischen Bedingungen bedenklich, das Essen köstlich! Typisch für China.

"Wo warst du so lange? Warum warst du so lange nicht mehr hier?"

"Viel Arbeit, Prüfungen."

"Ja, bist du immer noch hier an der Uni?"

"Ja klar."

"Und wohnst du noch immer in der und der Straße?" 

"Ja, alles beim Alten."

"Warum bist du heute allein gekommen?"

"Ich war gerade in der Nähe und hatte Hunger. Die Freunde sind alle beschäftigt."

"Na, was willst du denn essen? Kann ich dir eine Portion Jiang Mu Ya bringen? Ich habe auch noch etwas Gemüse, das ist gerade fertig geworden. Schau mal. Magst du das?"

"Ja gerne."

"Na, setz dich erst mal."

 

Die anderen Gäste starren meist fassungslos auf dieses Geschehen. Auch meine Studenten, die das auch mal beobachtet haben, sagen immer, so etwas hätten sie noch nie erlebt. Das würde sich anhören, als ob der Sohn nach einer langen Reise nach Hause zurückkäme.

 

Für mich ist das dieses Gefühl von Heimat, das ich in dieser Stadt inzwischen gefunden habe.

 

Diese Art der Gesprächsführung ist übrigens relativ normal. Kurze, scharfe Fragen, kurze, fast gelangweilte Antworten. So funktioniert Kommunikation im Alltag in China. Wenn es anders läuft, dann geht es um Höflichkeit, um Distanz, um Form. Oder es ist etwas faul dran. Daran muss man sich gewöhnen, denn so etwas lernt man nicht im Chinesischlehrbuch. So klingen aber ganz normale, positive Gespräche in China.

 

Essen - auch heute noch ein Abenteuer in China

 

Wenn heute ein Chinese zu mir sagt: "Komm, ich lade dich zum Essen ein, ich zeige dir eine neue Spezialität, die du noch nicht kennst", dann zeigt er mir oft etwas, das ich bereits kenne. 

 

Aber manchmal ist auch wirklich noch eine Überraschung dabei, wie z.B. kürzlich, als mir eine Kollegin in Quanzhou eine Art Kartoffelklöße aus Süßkartoffeln vorstellte. Sehr lecker!

 

Essen und die Suche nach besonderen Restaurants ist eines meiner liebsten Hobbys in China geworden. Nur die Restaurants, in die die anderen Ausländer gehen, die meide ich. Dort ist es höchstens teuer, aber oft nicht wirklich lecker.

 

Oft bitte ich auch neue Freunde, mir mehr von dem Essen zu erzählen, das ihre Mutter zubereitet hat, oder sie sollen mir ihre Lieblingsrestaurants vorstellen. Und wenn ich in einer Straße bin, in der ich noch nie zuvor war, oder in einer fremden Stadt, dann suche ich mir in den Gassen ein Restaurant, das ein bisschen schmuddelig aussieht, gerade so, dass sich kein Tourist hierher verirren würde, und ich frage nach der Spezialität des Hauses. 

 

Während das Essen zubereitet wird, frage ich den Wirt oder seine Frau nach ihrer Heimat und wie lange sie schon in dieser Stadt leben, falls sie keine Einheimischen sind. Wenn das Essen kommt, frage ich noch ein wenig nach der Zubereitung oder zu den Gewürzen. Wenn man das tun möchte, sollte man aber vor der Rush-Hour kommen, oder deutlich danach.

 

Als ich kürzlich in Peking auf Dienstreise war, fand ich wieder so ein kleines Restaurant. Der Besitzer kam aus Anxi, war aber so lange schon in Peking, dass er schon den typischen Zungenschlag der Pekinesen drauf hatte. Er hatte ein paar wirklich tolle Rezepte auf Lager, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Wir haben lange getratscht, nachdem die anderen Gäste schon fort waren.

 

So kann man mehr über China lernen, als aus jedem Buch möglich wäre.

 

Es gibt wirklich schauerliche Speisen und Gerichte in China. Aber die kann man vermeiden. Die Liste der wirklich leckeren, faszinierenden, exotischen Gerichte in China ist viel länger. Und davon möchte ich auch in diesem Blog erzählen. 

 

Wir beginnen am besten mit ein paar Snacks, ein paar Kleinigkeiten, die man immer und überall bekommen kann, wenn man gerade Hunger hat. Sie können auch eine Mahlzeit ersetzen. Oder als Zwischenmahlzeit dienen, als Snack eben. Sozusagen die günstige und gesündere Alternative zum Hamburger oder zur Portion Pommes. Und die billigere vor allem. 

 

Viel Spaß und guten Appetit!

 

 

 

Rainald Rung

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