Bücher und Seminare zu China

Eine Seminargruppe in Peking.
Eine Seminargruppe in Peking.

 

Beruflich in China

 

Bevor ich das erste Mal beruflich nach China kam, um im Rahmen eines MBA-Programms an der Peking-Universität Vorträge und Seminare zu halten, las ich eine Unmenge von Büchern über China, ich besuchte auch einen Chinesischkurs ohne nennenswerten Erfolg. 

 

Ein Bekannter erzählte von interkulturellen Seminaren, die er besucht hatte, bei denen allerdings nur der übliche Wust an Benimmregeln, Tabus und Plattitüden über die Geschichte Chinas heruntergebetet wurde. 

 

In einem Seminar, so erzählte er, gab es eine ca. 20-minütige Einführung in die Geschichte und Philosophie Chinas, ein Deutscher und ein Chinese erzählten gemeinsam davon, wie schwer es wäre, in China Geschäfte zu machen, und wie erfolgreich sie beide dabei wären. 

 

Bessere Kurse bieten viel theoretisches Wissen und auch Übungen an. Aber auch diese Übungen zur interkulturellen Kommunikation begehen den Fehler, dass sie so tun, als gäbe es das „eine China“, und als wäre China relativ stabil und unveränderlich in seiner Kultur und in seinen Bräuchen.

 

Wenn man übrigens tut, was in den Büchern steht, wird man oft belächelt oder ausgelacht. Oder vielleicht gerade deshalb. Denn niemand in China beachtet die in den Büchern beschriebenen Benimmregeln. Niemand spricht so, wie es in den Chinesisch-Lehrbüchern vermittelt wird. 

 

Niemand denkt so, wie es uns im Ausland von den Medien weis gemacht wird. Und auch das politische System funktioniert anders, als wir zu wissen meinen. 

 

Das China, das ich bei meinem ersten Besuch vorfand, war nicht dasjenige, das in den Büchern beschrieben wurde. 

 

 

Bücher über China

 

Im Sommer 2008 erschien wieder einmal ein neues Buch über China. Von einem gebildeten, erfahrenen und erfolgreichen Autor. Aber er beschrieb darin ein China, das so bereits nicht mehr existierte. 

 

Das war nicht sein Fehler. Er beschrieb eine Moment-Aufnahme, die zum Erscheinungstag bereits überholt war.

 

Die meisten neuen Bücher über China sind bereits zu dem Zeitpunkt, an dem sie erscheinen, veraltet. 

 

Eine große Ausnahme dürfte hier das hervorragende Buch von Kai Strittmatter, „Gebrauchsanweisung für China“, darstellen. Und zwar eben gerade, weil es, anders als der Titel nahelegt, keine Sammlung von Tipps und Ratschlägen enthält. Der Mann weiß wirklich, wovon er spricht. Deshalb wird er eben manchmal auch nicht sehr konkret. Und mit dieser Ungenauigkeit trifft er im Falle Chinas ins Schwarze.

 

Ganz besonders auffällig ist seine Zuneigung zu dem China, dessen Verschrobenheiten, Widersprüchlichkeiten und Nachteile er in seinem Buch mit viel Humor und Ironie beschreibt. 

 

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er inzwischen (2013) wieder in Peking lebt und arbeitet. Wer China so gut kennt, der lernt China lieben und kehrt immer wieder zurück.

 

 

Wenn man hier lange genug lebt und das Leben hier gut genug kennt, dann muss man China einfach lieben. Diejenigen, die sich China nicht annähern können, verlassen es meist vorzeitig.

 

Man braucht einen langen Atem für China.

Und China hat auch Geduld. Mit den eigenen Leuten, und mit den Ausländern.

 

Dieser scheinbare Widerspruch setzt sich in diesem Blog fort. Obwohl es zu jedem Thema viel zu schimpfen, zu kritisieren, zu lästern und den Kopf zu schütteln gibt, kann man nicht umhin, China mit jedem Jahr, das man hier verweilt, näher zu kommen. 

 

 

Tun Sie sich selbst einen Gefallen und beziehen Sie Ihr China-Wissen nicht aus den deutschen Tageszeitungen oder Magazinen. Leider sind die deutschen Medien in den letzten Monaten von einer pauschalen Verteuflung alles Chinesischen zur unkritischen Übernahme der Berichterstattung der staatlichen Propaganda übergegangen. Wenn Sie die Berichterstattung im deutschen Fernsehen oder in den Zeitungen verfolgen, werden Sie kaum dem realen China näher kommen können.

 

Lesen Sie ein paar gute Bücher, und vor allem: Lernen Sie Chinesisch! Es gibt keine bessere Möglichkeit, China kennen zu lernen. 

 

Und vermutlich werden Sie China auch lieben lernen, wenn Sie es nur gut genug kennen. 

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