Was tun, wenn ein Taifun kommt?

Es dreht sich alles ums Wetter

 

Taifune sind die großen Wetterphänomene hier an der Ostküste Chinas. Die Taifune scheinen den Jahreszyklus und das Leben der Menschen in Ostasien zu prägen. 

 

Die Taifune bringen gutes Wetter, die Taifune bringen schlechtes Wetter. 

 

Die Taifune bringen gute Luft, die Taifune verschlimmern den Smog. 

 

Und nur in den seltenen Fällen, in denen wir hier in Xiamen im direkten Einzugsgebiet liegen, bringen die Taifune Stürme und potentielle Gefahren.

 
Ein schöner Sommernachmittag im Tempel
Ein schöner Sommernachmittag im Tempel

Drei Typen von Taifunen

 

Hier in Xiamen gibt es eigentlich drei Typen von Taifunen. 

 

Die einen kommen von Taiwan herüber. Die haben in Taiwan schon mächtig Dampf abgelassen und kommen hier zwar lästig, aber relativ zahm an. Sie bringen Sturm und Platzregen. Und zwar zweimal. 

 

Jeder kennt ja den Begriff des "Auges" eines Sturms. So ist das mit den Taifunen auch. Die Abfolge fühlt sich ungefähr so an: Wind, plötzlicher Temperaturanstieg - Regen - Sturm und Hitze - windstill, blauer Himmel, aber stickig - Regen mit Sturm - eine frische Brise.

 

Andere Taifune kommen von den Philippinen herüber, also aus dem Süden. Meist haben sie in den Philippinen eine der dort regelmäßig wiederkehrenden Katastrophen verursacht. Über dem Meer tanken diese Stürme dann erneut Energie auf und drehen dann meist Richtung Westen ab, also in Richtung der Provinz Guangdong (Kanton). Manchmal auch in Richtung Hongkong. Eher selten ziehen sie nach Norden und landen in Fujian. 

 

Die Taifune, die vom Osten her, vom offenen Meer herkommen, also zwischen Taiwan und den Philippinen hindurch direkt in Richtung China ziehen, scheinen am schwersten berechenbar zu sein. Oft konnte man in diesem und im letzten Jahr beobachten, dass sich ein riesiger Sturm aufbaute, der aber schon viel an Kraft verloren hatte, bis er das chinesische Festland erreichte.

 
Derselbe Sommernachmittag, 5 min später.
Derselbe Sommernachmittag, 5 min später.

Alles halb so schlimm

 

Meist gelangt nur der Südzipfel der Provinz Fujian in den Fokus der Stürme. Naja, und da Xiamen im Süden liegt, trifft es uns manchmal eben auch. Im Jahr 2011 war es schlimm. Auch 2009 war es schlimm. Damals begann die Taifun-Saison sehr früh. Im Frühsommer 2009 schien fast jedes Wochenende ein anderer Taifun auf die Stadt loszugehen.

 

Aber 2013 war ein relativ zahmes Jahr. Der Oktober scheint in diesem Jahr relativ viele Tage mit relativ heißen Winden zu bieten. Das bedeutet, dass in der Nachbarschaft gerade irgendwo ein Taifun vorbeizieht, oder dass ein Tiefdruckgebiet, dass es nicht bis zum Taifun gebracht hat, baut seine Energie hier ab.

 

Eigentlich könnte man also in Südost-China noch viel mehr übers Wetter reden als in Deutschland. Die Menschen hier tun es aber nicht. Das Wetter ist nicht unbedingt das spannendste oder dringendste Thema im chinesischen Alltag.

 
Derselbe Sommertag, noch einmal 5 min später.
Derselbe Sommertag, noch einmal 5 min später.

 

Faustregeln im Umgang mit Taifunen

 

Wie in fast allen Lebenslagen in China gibt es grundsätzliche Empfehlungen bei Taifunen: 

 

  • Vertrauen Sie auf die praktische Weisheit der Einheimischen. Tun Sie es ihren Nachbarn und Freunden gleich, sofern diese wirklich Einheimische dieser Stadt sind.
  • Hier in Südchina gibt es eine ganz banale Faustregel, an die sich viele Einheimische halten: Bei sehr schlechtem Wetter bleibt man im Haus und sagt ggf. alle Termine und Verabredungen ab. Wenn es regnet, kommt der Postbote manchmal nicht, und der Lieferant des Mineralwassers oder rin Handwerker ganz sicher nicht. 
  • Denken Sie daran, dass der Wetterumschwung manchmal sehr plötzlich kommen kann. Ich habe es mehrfach erlebt, dass ein strahlend blauer Himmel an einem sonnigen Nachmittag sich innerhalb von sieben Minuten in ein Höllen-Inferno verwandelte. Der Himmel wurde schwarz, und innerhalb von Minuten verwandelten sich die trockenen Straßen in Sturzbäche.
  • Gemeinsam mit dem Sturm zieht oft eine Staub- und Sandwolke über die Stadt. Wenn Sie nicht besonders scharf auf eine Grundreinigung Ihrer Wohnung sind, dann halten Sie die Fenster geschlossen.
  • In den meisten Großstädten sind Taifune heutzutage kein großes Problem mehr. Meiden Sie aber Unterführungen und Tiefgaragen. Die Kanalisation ist während eines Taifuns oft überfordert. Und üben Sie sich in Geduld. Vielleicht können Sie einen oder zwei Tage Ihre Wohnung nicht verlassen. 

 

 

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